Helfer in Steuersachen

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2.2.5 Elterngeld Zeile 6

Anlage N

Eltern erhalten auf Antrag nach der Geburt eines Kindes Elterngeld.

Elterngeld ist eine Einkommensersatzleistung, die von der BfA ausgezahlt wird. Das Elterngeld  beträgt grundsätzlich 67 % des höchsten individuellen Nettoeinkommens vor der Geburt des betreuenden Elternteils. Es ist als Ausgleich für die finanziellen Einbußen von Eltern im ersten Jahr nach der Geburt gedacht und beträgt max. 1.800 € monatlich.

Das Elterngeld zählt zu den sog. Einkommensersatzleistungen, weil es von der öffentlichen Hand gezahlt wird, ohne eine Gegenleistung zu fordern. 

Das Elterngeld ist nach § 3 Nr. 67 EStG zwar steuerfrei, ist aber dem Progressionsvorbehalt unterworfen (§ 32b EStG), wodurch sich der Steuersatz erhöht. Die ausgezahlten Beträge werden elektronisch an die Steuerverwaltung übermittelt. Angaben in der Steuererklärung erübrigen sich. weil eDaten .

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Hauptvordruck

  • Was tun, wenn beide Eltern berufstätig sind?

Sobald eine Arbeitnehmerin von ihrer Schwangerschaft erfährt - Schwangerschaftstest positiv -  wählt der Elternteil, der Elterngeld beziehen will, die Steuerklasse, die ihm den höchsten Nettolohn beschert. Denn das Elterngeld ist umso höher, je mehr jemand netto vor der Geburt verdient hat. Es kann somit ein Wechsel der Steuerklassenkombination von 4 / 4 nach 3 / 5 angebracht sein. Der Elternteil, der Elterngeld beziehen will, erhält Steuerklasse 3. Dort sind die meisten Steuervergünstigungen versammelt und damit verbunden das höchste Nettogehalt.   

Wichtiger Hinweis: Maßgeblich ist die Steuerklasse, die 12 Monate vor dem Monat der Geburt am längsten gegolten hat, also mehr als ein halbes Jahr. Deshalb empfiehlt es sich, den Wechsel der Steuerklasse mehr als 6 Monate, also mindestens 7 Monate vor der Geburt des Kindes,  zu beantragen. Es ist zu beachten, dass der Steuerklassenwechsel erst ab dem Folgemonat der Antragstellung wirksam wird.

  • Beispiel: Elterngeld für die Mutter

Die Arbeitnehmerin erfährt von ihrer Schwangerschaft im September 2022, der prognostizierte Geburtstermin ist der 29. Mai 2023. Sechs Wochen vorher, am 18. April 2023, beginnt der Mutterschutz. Für das Elterngeld zählt also der Nettolohn von September 2022 bis März 2023, denn die Mutterschutzmonate werden ausgeklammert.

Um das höhere Elterngeld auf der Basis der Steuerklasse 3 zu erhalten muss die Arbeitnehmerin sechs Kalendermonate, also ab Oktober 2022 bis März 2023, Lohn in dieser Steuerklasse bezogen haben. Das gelingt aber nur, wenn der Steuerklassenwechsel im September 2022 mit Wirkung ab Oktober 2022 vollzogen wird.  

Guter Rat: Die arbeitsrechtlichen Regelungen zum Elterngeld sind kompliziert. Eltern sollten sich also, bevor sie Entscheidungen zum Elterngeld treffen, sich vorher beraten lassen.