Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.0.8.2 Beihilfen Zeile 6

Anlage N

♦   Beihilfe

Wer als Beamtin oder Beamter krank wird, hat einen Anspruch auf Beihilfe. Mit der Beihilfe beteiligt sich der Dienstherr an den tatsächlichen Behandlungskosten. Die Beihilfe ist unterschiedlich hoch, je nach Bundesland. In den meisten Fällen haben Staatsbedienstete Anspruch auf mindestens 50 Prozent der Krankheitskosten, bei Pensionären sind es sogar 70 Prozent. Die dann noch offenen Kosten können die  Bediensteten über eine Private Krankenversicherung passgenau absichern.

Auch Ihr Ehepartner sowie eigene bzw. adoptierte Kinder können Beihilfe erhalten. Meist gilt auch hier ein Zuschuss von70 Prozent.

  • Details zu Beihilfe

Steuerfrei sind Bezüge aus öffentlichen Mitteln,

  • die wegen Hilfsbedürftigkeit gewährt werden, aber auch
  • Bezüge, die öffentlich Bedienstete von ihren öffentlichen Arbeitgebern als Beihilfen zu ihren Aufwendungen in Krankheits-, Geburts-, Pflege- und Todesfällen nach den Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder erhalten (R 3.11 Abs. 1 LStR). Voraussetzung für diese Steuerfreiheit ist jedoch, dass die Bezüge als Beihilfen im Einzelfall, also in Abhängigkeit von den einzelnen Krankheits-, Geburts-, Pflege- oder Todesfällen erbracht werden (§ 3 Nr. 11 EStG).
  • Ungeachtet dessen sind auch Unterstützungen, die von privaten Arbeitgebern an einzelne Arbeitnehmer z. B. in Krankheits- und Unglücksfällen gewährt werden, aus Billigkeitsgründen bis zu 600 € im Kalenderjahr steuerfrei (R 3.11 Abs. 2 LStR). Bei einer Naturkatastrophe sind auch höhere Beträge steuerfrei. Hat der Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer, müssen die Unterstützungen von einer Unterstützungskasse oder unter Beteiligung des Betriebsrats gewährt werden. Auch Beihilfeersatzleistungen an krankenversicherungsfreie Arbeitnehmer sind steuerfrei (R 3.11 Abs. 2 Satz 7 LStR).

Beispiel: A ist Beamter im Dienst einer Behörde des Landes NRW. Er hat Anspruch auf Beihilfe im Krankheitsfalle gem. den Beihilfevorschriften des Landes NRW.  Das Landesamt für Besoldung und Versorgung des Landes NRW übernimmt bis zu 70 % seiner Krankheitskosten als Beihilfe. Dementsprechend hat A eine private Krankenversicherung über 30 % seiner Krankheitskosten abgeschlossen. Die als Beihilfe gezahlten Beträge sind steuerfrei.